Nachhaltige Bildung

Am 26. Juni 2019 führten die TeilnehmerInnen einen Nachhaltigkeit-Tag mit 21 Kindern der dritten Klasse der Grundschule Lessing durch. Dabei wurden 2 Obstbäume im schuleigenen Hof gepflanzt, eine große Mahlzeit aus geretteten Lebensmitteln im Crummen Eck gekocht und 200 Seen-Bombs gebastelt. Diese wurden am 5. Juli bei der Critical Mass von Fahrradfahrern in der Stadt verteilt.

Damit wollten sie einen Beitrag zur nachhaltigen Bewusstseinsbildung leisten, denn wenn man sich die Umstände ansieht wird klar, dass die vorangegangenen Generationen bereits zu wenig Zeit in nachhaltige Veränderung gesteckt haben. Die CO2-Emissionen stiegen zwischen 1990 und 2014 um fast die Hälfte an. Jährlich wird ca. 12 Millionen Hektar Land nahezu ausgelöscht. Die Biodiversität unserer Erde nimmt schneller ab, als wir gucken können: rund 1000 Mal schneller als sie es ohne menschlichen Einfluss tun würde, stirbt unsere Artenvielfalt aus. Etwa 500 Tonnen Lebensmittel vernichtet ein einziger Supermarkt jährlich in Deutschland. So kann man es im diesjährigen Globalen Umweltbericht nachlesen. (1)
All diese Fakten müssen uns, so scheint es, erst bewusst werden und uns selber betreffen, bevor sie uns etwas angehen. Vor allem hier in Deutschland merkt der einzelne Mensch wenig von der eigenen Wirkung auf Umwelt und Natur. Ein großer Faktor für ein Nichthandeln trotz bedrohlich voranschreitender Umstände ist damit die fehlende Bildung. Hier sehen wir vor allem Lücken im Lehrplan von Schulen bezüglich eines nachhaltigen Umgangs mit der Natur. Fängt man also bei der Generation der Schüler an, die Dringlichkeit einer nachhaltigen Entwicklung zu beleuchten, sollte die Erkenntnis im besten Falle selbstständig geschehen und die Handlung hin zu einer ‚besseren Welt’ eine intrinsische Handlung sein. Hierbei ist also die Art und Weise der Wissensvermittlung wichtig, aber vor allem darf es nicht bei der bloßen Wissensvermittlung bleiben. Denn zum Einen ist Wissen überall verfügbar und zum Anderen schaffen es Fakten nicht nahe genug an die eigene Überzeugung und Motivation der Schüler*innen heran. Hier besteht also das Problem einer fehlenden Nähe der Schüler*innen zur Natur und der unmittelbare Bezug zu saisonalen und regionalen Ressourcen. 
„Städte und Gemeinden stellen die Weichen, wenn es um nachhaltige Entwicklung und Zukunftsfähigkeit geht! Durch ihre Nähe zu Bürgerinnen und Bürgern können sie Bewusstsein für eine lebenswerte Zukunft fördern. Denn nachhaltige Entwicklung entsteht dort, wo Menschen leben, lernen, arbeiten und spielen.“ heißt es in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung im Ziel 11: „nachhaltige Entwicklung für Städte und Gemeinden“(2)
Welche Lösungsansätze können wir also im Kleinen in der Stadt anstoßen?


Durch eine effiziente Nutzung der städtischen und schulischen Grünflächen unterstützt man nicht nur die Steigerung der Biodiversität und schafft Raum für Lebewesen wie Insekten, man nimmt ebenso teil an einer grünen und bunten Gestaltung der Stadt. Um der Verschwendungskultur entgegenzuwirken und die Wertschätzung wieder in den Vordergrund zu stellen, können Lebensmittel, die vor dem Müll gerettet wurden, weiterverwertet werden und so wieder ihrer ursprünglichen Funktion nachkommen. Zudem erfolgt innerhalb dieser Lösungen eine Aufklärung und Bewusstseinsbildung, die bestenfalls ein Anstoß zu eigenem Handeln sein soll. Denn die Bewusstseinsbildung wird oft als optimale Strategie angewandt, zeigt allerdings in der Praxis das Problem, die Lücke vom Wissen zum Handeln nicht schließen zu können. Fakten sind wichtig, um die Problematik zu erkennen, reichen aber nicht aus. Hier setzt die Bildung der nachhaltigen Entwicklung an. Dieses Konzept hat zum Ziel, „Schüler*innen Urteils- und Handlungskompetenz zu vermitteln, um aktiv an der Mitgestaltung einer nachhaltigen Zukunft teilnehmen zu können.“(1) Dazu gehört ein bewusster Umgang mit der Natur, welcher das direkte Erleben, Beobachten und Wahrnehmen umfasst. Nicht nur Pflanzen und Naturphänomene sondern auch die Erdelemente und verschiedene Tiere sollen kennengelernt werden. Auch das ist im Globalen Umweltbericht 2019 beschrieben. (1) Die o.g. Ansätze sind deshalb möglichst naturnah und praktischgestaltet, um vielen Menschen der Stadt, aber vor allem den Schüler*innen die aktive Teilnahme am nachhaltigen Handeln zu ermöglichen und erfahrbar zu machen.

Team: Annabel Schorr, Annalena Mildner, Carlotte Tautz, Florian Stadler, Robert Wasser, Nele Teitz